Gemeinde Gaimberg in Osttirol

Bildervortrag über die Renovierung unserer Kirche und die Beschaffung der neuen Glocken 1967
Mesner Brennstadl
, 02.04.2017
, 09:45 Uhr

Gelungener Rückblick auf Kirchenrenovierung und Glockenbeschaffung in den Jahren 1963-1967

Bgm. Bernhard Webhofer konnte am Sonntag, den 2. April zahlreiche Interessierte aus „nah & fern" begrüßen. Viele bekannte Gesichter AUS früheren Zeiten gönnten sich diesen Blick IN frühere Zeiten. Das passende Ambiente war in der Location „Mesner Brennstadl" hervorragend gewählt. Bgm. Webhofer betonte die „Botschaft der Glocken" als das „Symbol nach außen", das nun sozusagen den 50. Geburtstag feierte.

Sein Gruß galt nicht zuletzt dem tüchtigen Gemeindechronisten Franz Wibmer, der mit viel Fleiß und Elan diesen Rückblick in „Wort & Bild" kleidete. Als Zeitzeugen gewährten Paul Steiner (damaliger JB-Obmann) und Herbert Preßlaber (als technischer Begleiter der Glockenbeschaffung) spannende und aufschlussreiche Einblicke in ihre damaligen Aufgaben. Auch ihnen galt ein herzlicher Gruß und aufrichtiger Dank. Der Bürgermeister betonte den sichtbaren Zusammenhalt der Dorfbevölkerung in jener Zeit und erhofft sich diesen auch dringend in unserer Zeit. Er übergab das Eröffnungswort an den Gemeindechronisten. Franz Wibmer freute sich über den sehr guten Besuch und stellte gleich den Bezug zu den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts her. Sie waren geprägt durch die Hochwasser- und Murenkatastrophen, erforderten viel Wiederaufbauarbeit und trotzdem sei die Spendenfreudigkeit der damals an die 500 Personen zählenden Dorfbevölkerung überwältigend gewesen. Anhand gut gelungener Schnappschüsse waren die „Beutezüge" des damaligen Bürgermeisters Siegmund Rainer und „seines" Pfarrers Adolf Jeller, das Engagement und die Freude der beiden, durchaus nachvollziehbar.

Bis in das Jahr 1934 gab es nur Kerzenbeleuchtung, die die Verrußung des Kirchenraumes natürlich stark beeinflusste; sichtbar an den alten Fotos mit den Malereien im Presbyterium, den Altären und der Decke im Kirchenschiff. Begonnen wurde die umfangreiche Sanierung der Pfarrkirche „St. Bartholomäus" mit der Neueindeckung im Jahre 1963, die zur Gänze die Gemeinde Gaimberg finanzierte. Es folgte die Innenrenovierung mit umfangreichen Aushubarbeiten zwecks Trockenlegung des Mauerwerkes. Auch darauf weisen gelungene Aufnahmen hin, wie z. B. das Pferd des „Pichler Lois" in der Kirchentüre etc. Wie viel in der damaligen Zeit noch händisch bewältigt werden musste, vermag man sich in der heutigen, technisierten Zeit gar nicht mehr vorzustellen. Franz Wibmer gelang es immer wieder vorzüglich, auf so manche Details hinzuweisen und auch das eine oder andere „Geheimnis" zu lüften, das ihm im Zuge der Recherchen „anvertraut" wurde. Wie z. B. das Modell der Kirche - gefertigt vom „Kerschbaumer Tonig"- mit „Goldenen" Nägeln (für die 1000 Schilling-Spende) und den „Silbernen" (für den 500er Schein) gespickt wurde und auch so manches Kind für „viel weniger" unter Aufsicht des Pfarrers ein Nägelchen einschlagen durfte.

Den „Fortschritt" der Arbeiten in dieser „konziliaren Aufbruchsphase" machte natürlich auch „unsere Kirche" mit. Alles wurde vermeintlich „heller & luftiger", was sich allerdings vorwiegend auf das Kircheninnere bezog. (So hat z. B. „Das Konzil" selbst nie einen Beschluss zur Aufstellung von Volksaltären gefasst!) Jedenfalls freuten sich die Komitees mit der Gemeinde über die diversen Baufortschritte und die Neukonsekrierung/Weihe der Kirche durch Prälat Andrä Weiskopf zum Patroziniumsfest am 23. August 1964 gestaltete sich zu einem starken Glaubensfest. Namhafte „Persönlichkeiten", die große Verantwortung inne hatten, waren: Peter Kollnig vlg. Wachtlechner (Finanzen), Josef Girstmair vlg. Gorele (Bauaufsicht), Peter Duregger vlg. Freimann (Kommunikation), Herbert Preßlaber und Paul Steiner. Erwähnenswert sind aber auch die vielen freiwilligen HelferInnen, „Schichtarbeiter" mit Pickel und Schaufel, Leute mit technischen „Know how" („Luggele Vater" Josef Pichler), der „Alles-im-Blick-habende Mesner Tonl", Jugendliche und Kinder, die mit allerlei „Arbeitlen" betraut waren und diese geselligen Zusammenkünfte (z. B. beim Bortenbinden) durchaus genossen.

Paul Steiner schilderte als damaliger Organisator den feierlichen Einzug mit Pferdegespannen, gefördert mit 1500 Schilling durch die Chefs des Tourismusverbandes Hans Lauchart und Hans Jaufer. In einer vielbeachteten Fahrt, der mit jeweils zwei „Engelen" geschmückten fünf Gespanne, angeführt vom Tromperter Bartl Klaunzer hoch zu Roß, begleitet durch die Musikkapelle Gaimberg, ging es durch die Stadt Lienz über Patriasdorf zum Kirchplatzl.

Paul Steiner erwähnte auch das „erschreckende Ergebnis" (Zitat Peter Duregger) der Abstimmung über die Notwendigkeit von neuen Glocken. Von ca. 100 anwesenden Personen waren nur drei gegen eine Neuanschaffung.

Herbert Preßlaber erzählte vom Abtransport der „Alten Glocken", das Gießen der „Neuen", den religiösen Ritus dabei und die generelle Bedeutung von Glockenschlägen in früherer Zeit. Besonders das „Aufziehen" am Sonntag, den 30. Juli 1967 in der Mittagszeit sei für ihn von großer Spannung und noch größerer Freude getragen gewesen, da mit Hilfe von Fachkräften (Alois Gomig, zuständig für Materialseilbahnen im Amt für Landwirtschaft) alles völlig unfallfrei abgelaufen ist. Fachmännisch erklärte er die Schwierigkeiten beim Anbringen im Turm und die doch sehr umfangreichen Nacharbeiten.

Dorfchronist Franz Wibmer verwies in seinem Schlusswort auf die umfangreiche Berichterstattung in den damaligen Medien, die in der Beschreibung der Geschehnisse als „beachtliche Landkirche" ihren Niederschlag fanden. Er bedankte sich auch bei Christian Tiefnig und Friedl Webhofer, seinen Helfern im „technischen Ablauf".

Andächtig und recht passend gestaltete sich der Abschluss des Vortrages: Dem Aufruf unseres Seelsorgers Jean Paul zu Stille und Gebet folgend, wurde durch ihn die Weihe und Salbung des „Glöckleins" aus dem Jahre 2015 - im Besitz der Fam. Preßlaber vlg. Wartscher - vorgenommen. Herbert Preßlaber sen. hat es, wie auch schon andere, selbst hergestellt.

PA Mag. Georg Webhofer gab ebenfalls seiner Freude über die gelungene Veranstaltung Ausdruck und erwähnte die nach wie vor ungebrochene Spendenfreudigkeit der „Goamberger", wofür immer wieder aufrichtig zu danken sei!

Bgm. Bernhard Webhofer rief dazu auf, nun auch die zukünftigen Vorhaben in der Gemeinde zu unterstützen, geschlossen an einem (Glocken-)Strick zu ziehen und den Herausfordeungen der kommenden Zeit mutig und mit Zuversicht entgegen zu gehen.

Er bedankte sich aufrichtig beim PGR mit Obfrau Anna Frank und dem „Stadl-Team" für die festliche Gestaltung des Raumes mit Narzissen, den „Osterglocken", Kaffee und Kuchen, Brot und Wein…

 

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